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Stammzelltransplantation bei Multipler Sklerose

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13.01.2018 - Prof. Christoph Heesen gibt im Video Auskunft über Fragen zur Stammzelltherapie bei MS. Für wen sie in Frage kommt, warum sie in Deutschland nicht oft zum Einsatz kommt und weshalb eine Therapie im Ausland dennoch vermieden werden sollte.

Prof. Dr. med. Christoph Heesen über Stammzelltherapie / Stammzelltransplantation im Video

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Das Immunsystem "einfach" neu starten und ohne Multiple Sklerose weiterleben - das ist der Traum von Wissenschaftlern und vor allem auch vieler Patienten. So einfach ist es leider nicht. Weder kann die MS durch eine Stammzelltransplantation komplett ausgeschaltet werden, noch ist eine solche Stammzelltherapie ein einfacher Weg, wie Prof. Dr. med. Christoph Heesen hier im Video erklärt.

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Im Gegenteil ist die Stammzelltransplantation bei Multipler Sklerose bis heute ein massiver Eingriff und birgt Risiken bis hin zum Tod. Das liegt daran, dass, bevor die entnommenen und gereinigten eigenen Stammzellen (autologe Transplantation im Unterschied zur allogenen Transplantation mit fremden Stammzellen) zurückgeführt werden können, eine einwöchige Chemotherapie das Immunsystem der Patienten komplett herunterschaltet und somit ansonsten harmlose Infektionen zum Tod führen können, da das Immunsystem in der Anfangsphase zu schwach ist, um die Gegner in Schach zu halten. Auch nach der Prozedur ist es deshalb Monate bis hin zu einem Jahr nötig, Menschenansammlungen zu meiden, also etwa den öffentlichen Nahverkehr, Konzerte, Feste.

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Hinzu kommt: Die Stammzelltransplantation verspricht keineswegs "für alle Zeiten Ruhe" vor der MS. Die erblichen Faktoren bleiben die gleichen. Studien zeigen immer wieder, dass ein Teil der Patienten nach einem bestimmten Zeitraum erneut eine MS-Progression aufweist. Allerdings ist die Stammzelltherapie die stärkste derzeit bei MS anwendbare Form der Immunsuppression, mit der das Entzündungsgeschehen der MS gedämpft werden kann (andere zugelassene MS-Therapien wie etwa die mit monoklonnalen Antikörpern oder auch mit Mitoxantron wirken ebenfalls immunsuppressiv, aber nicht so stark wie die Stammzelltherapie).

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Doch nicht jeder ist geeignet für eine Stammzelltransplantation. Hier gilt, ähnlich wie bei vielen der zugelassenen Wirkstoffe: Je stärker die Entzündungsreaktion der MS und je weniger weit fortgeschritten die degenerative Phase, desto wirksamer ist die Therapie.

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Der Ablauf einer Stammzelltherapie bei MS in groben Zügen:

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  • Stammzellen des Patienten mit einer Chemotherapie / Wachstumshormontherapie ins Blut überführen
  • Stammzellen beim Patienten über das Blut absammeln (eine Art Blutspende) und einfrieren
  • Immunsystem des Patienten zerstören (mit einer Chemotherapie)
  • Stammzellen gereinigt an den Patienten zurückgeben
  • zurückgegebene Stammzellen bauen ein neues Immunsystem auf

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Prof. Dr. med. Christoph Heesen ist Oberarzt und Leiter der MS-Ambulanz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, kurz: UKE, und Mitglied im Ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.

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Entwickelt und herausgegeben wird dieses Video durch die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.
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Redaktion: AMSEL e.V.